Corona-Hilfe

Location: Überall

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Während der Pandemie gilt es um so mehr, dass Tierschützer zusammenhalten. Vor ein paar Wochen haben wir unsere Corona-Hilfe gestartet und unterstützen seither dort, wo Streuner nur noch wenig Zugang zu Nahrung haben. Freiwillige konnten sich zur Fütterung bei uns melden. Natürlich haben wir alles dokumentiert und sicher gestellt, dass Hilfe ankommt, wo sie benötigt wird. Hier haben wir für Euch ein paar Bilder und Videos zusammengestellt. 

[Archiv: Das war unser Aufruf im April]

Tierschutz kennt keinen Shutdown!

Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Die Zeit der Pandemie ist vor allem für vieleStraßentiere im Ausland eine Tragödie. Nicht nur, dass die weltweite Krisensituation dazu beiträgt, dass immer mehr Tiere ausgesetzt und misshandelt werden. Auch diejenigen Fellnasen, die sowieso schon ihr Leben auf der Straße verbringen, sind durch Ausgangssperren, geschlossene Läden, Hotels und Restaurants, einen ruinierten Tourismus und unterbrochene Lieferketten aufs Neue vom Schicksal geschlagen. Die steigende Arbeitslosigkeit und finanzielle Misere der Menschen wirkt sich auf die Versorgung der Tiere aus. Straßentiere finden keine Nahrung, Menschen können oder wollen nicht mehr füttern.

Dank Eurer Hilfe konnten wir bereits an einigen Orten konkret mit Futterlieferungen helfen.

Von der Wirksamkeit dieser Maßnahme haben wir uns stets genaustens überzeugt. Tierschützer, die von uns Futterspenden erhalten, müssen das tatsächliche Geschehen und die Ausführung ihrer Arbeit per Bild und Video korrekt dokumentieren. Dazu verwenden wir, um Identität und Aktualität zu ermitteln, täglich wechselnde Codes, die eine vollzogene Fütterung und auch die Seriosität der jeweiligen Aktion nachweisen.  Hier berichten nun unsere Fütterer in Spanien und der Türkei von der lokalen Situation, den Bedingungen und Erfolgen sowie dem Ablauf ihrer Arbeit.

Burcu erhält von uns Futterhilfen, damit Tiere in Istanbul versorgt werden können, während Corona die Straßen menschenleer erscheinen lässt.


Da die Gefahr des massenhaften Hungertods von Straßentieren noch lange nicht gebannt ist, besteht weiterhin die Notwendigkeit für Spenden. Solange „Corona“ das Überleben der Straßentiere bedroht, sind wir alle gefordert, die Not zu lindern und das Leiden zu verhindern. An den Beispielendieser engagierten Tierfreude wird klar: Es ist machbar! Wir bedanken uns für Eure Hilfe in dieser schweren Zeit und hoffen, dass die Unterstützung nicht nachlässt..

Text: Claudia Roggendorf (StreetCats e.V.) | Bilde oben: depositphots

Unsere Corona-Futterhilfe hat schon erste Erfolge gezeigt!
Um zu erfahren, was in den verschiedenen Ländern passiert, haben wir mit den aktiven Tier-Versorgern gesprochen.Wir wollten wissen, was sie bei der Verteilung der Futterspenden erleben und unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit während Corona erledigen können.Schaut Euch ihre Videos an ode lLest hier ihre Reportagen über die Fütterungen vor Ort. (Einfach das “+” neben den Namen anklicken).

In und um Alanya, eine Stadt an der türkischen Mittelmeerküste, ist Nathalie mit weiteren Freiwilligen unterwegs, um täglich Katzen zu füttern. Helferin Feri versorgt das größte Gebiet mit Katzen und einigen Hunden. Sie koordiniert die Fütterungen. Nathalie zieht oft mit Feri los. Wenn sie verhindert ist, springt ihre Tochter mit Begeisterung ein. Die Helfer der Gruppe kommen aus den verschiedensten Ecken der Stadt und füttern vornehmlich in ihrer unmittelbaren Wohngegend. Nathalie und Feri geben dabei Rat, sorgen für Behandlungen von Straßentieren und bemühen sich auch um Kastrationen. Unabhängig davon hat Nathalie mit ihrer Familie eine Rettungsstation gegründet, wo sie Katzen versorgt, die medizinische Hilfe brauchen, zum Beispiel nach einer Operation. Dort kümmert sie sich um 70 Katzen und 4 Hunde. Die Katzen, die dort mit ihnen leben, sind oft körperbehindert oder blind.


Die aktuelle Situation der Straßentiere in Alanya beschreibt Nathalie als sehr kritisch. Es ist für sie traurig, mit anzusehen, wie die Streuner leiden. Speziell in einem Gebiet um die Burg Alanyas, aber auch um diverse Hotels herum, sind die Katzen zurzeit extrem hungrig. Wegen der Pandemie bleiben Touristen aus, sodass Straßentiere keine Nahrungsreste mehr finden. In den Bergen, wo Hunde ausgesetzt werden, sammeln sie sich diese und suchen verzweifelt nach Futter. Dabei haben die Schwächsten keine Überlebenschancen. Nathalie berichtet davon, dass es viele Leute gibt, die Tieren helfen, aber auch ebenso viele, die dagegen arbeiten. Sie entfernen Futter und Wasser für die Tiere, verletzen sie absichtlich oder setzen sie aus. In der Türkei gibt es zwar ein Gesetz gegen Tierquälerei, aber es greift nicht wirksam. Die Stadtverwaltung behauptet zwar, medizinische Hilfe und Futter zu spenden, jedoch merken die Tierschützer davon nicht viel. Es gäbe eine Möglichkeit, Tiere in eine staatliche Tierarztpraxis zur Kastration zu bringen, doch, so Nathalie, man bekäme sie danach oft nicht wieder. Nathalie ist mißtrauisch und meint, dass die Tiere nur angeblich wieder and ihre alten Stellen freigelassen werden und es bekannt sei, dass viele anschließend nicht mehr auftauchen.

Nathalie ist sehr dankbar für die Unterstützung durch die Streetcats-Futterhilfe. Das gibt ihr die Möglichkeit, ihre Arbeit weiterzuführen und die Chance, mehr zu tun in dieser schweren Zeit. Viele Menschen, die nun zuhause und ohne Job sind, wollen helfen. Deswegen ist Nathalie glücklich, diese Menschen nun einbinden zu können – dank der Hilfe der Streetcats-Spender

Seit fünf Jahren ist Burcu als Tierschützerin in Istanbul aktiv. Alles begann damit, dass sie zunächst direkt in ihrer Wohngegend, in der Straße, in der sie wohnt, Katzen fütterte. Da sie feststellte, dass niemand in ihrem Umfeld die vielen herrenlosen Katzen fütterte, erweiterte sie den Radius und versorgte dann noch mehr Tiere in den benachbarten Straßen. Zuhause beherbergt und versorgt Burcu acht Katzen, die sie gerettet hat. Doch seit die Pandemie in der Türkei wütet, hat sich die ohnehin schwierige Situation der Straßentiere dramatisch verschärft:

Burcu berichtet davon, dass die Ausgangssperre nun schon seit zwei Monaten in der Türkei anhält. An den Wochenenden muss die Bevölkerung zuhause bleiben. Dabei werden auch Ferien und Feiertage mit der Ausgangssperre kombiniert, was bis zu fünf Tage dauern kann.In dieser Zeit, so Burcu, achtet niemand auf die Straßentiere, die dann unter extremem Hunger leiden. Aus diesem Grund muss die Tierschützerin spezielle Futterstellen einrichten, um verschiedene Möglichkeiten der Lagerung und Dauerverfügung für gewisse, kritische Zeitspannen sicherzustellen. Dadurch erhöht sich der Futterbedarf enorm.

Burcu erklärt : „Eine Fütterung in der Corona-Krise und während einer Ausgangssperre unterscheidet sich von einer üblichen Fütterung in normalen Zeiten ganz wesentlich.“Viele Leute, die sonst füttern, gehen gar nicht mehr auf die Straße, da alle Cafés und Läden geschlossen sind. Dadurch erreicht das wenigstens gewohnte Pensum an Futter die Katzen erst gar nicht. Von der Regierung hat Burcu einen Pass erhalten, der sie als Tierschützerin ausweist. Dieser Ausweis ist gleichzeitig ihre Zugangskarte für gesperrte und verbotene Zonen – wie beispielsweise für den Strand, wo viele Hunde sind oder den großen Özgürlük Park, wo vornehmlich Katzen ausgesetzt werden. Dort füttert sie die verlassenen Tiere dreimal pro Woche und versorgt insgesamt bis zu hundert Tiere an verschiedenen Orten.

Seit drei Jahren sucht Burcu mit Helfern auch eine verlassene Villa auf. Dort leben fünf Hunde in vollkommener Isolation. Die Welpen, die dort geboren wurden, konnte Burcu adoptieren und mithilfe der Stadtverwaltung Kastrationen veranlassen. Um Straßentiere zu füttern, schleicht sich Burcu an manchen schlimmen Tagen des Hausarrests sogar heimlich aus der Wohnung, obwohl sie weiß, dass die einheimische Polizei durchaus rigoros und unangenehm vorgehen kann. Sie würde auch noch mehr füttern wollen, wenn sie mehr Futter hätte. Burcu lässt uns wissen, dass sie „sehr dankbar für die StreetCats-Futterhilfe“ ist, „die in dieser schweren Zeit eine echte Rettung für die notleidenden Tiere bedeutet.“

Gülgün ist eine erfahrene Tierschützerin. Seit mehr als zehn Jahren füttert sie Straßenkatzen und -hunde in Istanbul. Sie hat dabei nicht die Unterstützung einer Gruppe, sondern handelt selbständig.Gülgün betreut viele Futterstellen. Allein im Stadtteil Florya füttert sie duzende Tiere. Hinzu kommen noch Futterstellen an der Metrobus-Station Cevizlibag, im Viertel Edirnekapi und in Esenyurt. Gülgün ist alle 2-3 Tage unterwegs. Sie berichtet vom regelmäßigen Lockdown an den Wochenenden und Feiertagen. Die letzten beiden Ausgangssperren in Istanbul dauerten sogar 4 Tage am Stück an. Normalerweise ist Gülgün nicht ausschließlich auf das Füttern von Streunern spezialisiert, sie hatte sich mittlerweile mehr auf Sterilisationen konzentriert. Nun aber, in der Coronazeit, hat das Füttern eine andere Priorität.

Gülgün weist auf die Situation an der Küste hin: Die Strände sind eine Verbotszone für die Öffentlichkeit. Dort spazieren zu gehen oder die Strandpromenaden zu besuchen, ist nicht erlaubt. Wer dagegen verstößt, darf mit der Zahlung eines saftigen Bußgelds rechnen. Restaurants, die vor der Corona-Krise aus ihren Lebensmittelabfällen gewohnheitsmäßig Futter für die Straßentiere lieferten, sind geschlossen. Touristen fehlen. Gülgün stellt fest, dass die Population der Streunerkatzen hoch ist, schon an dem Badeufer Floryas halten sich ständig eine enorm hohe Zahl an Katzen auf. Die meisten von ihnen lungern um die Restaurants des großen Einkaufszentrums herum und suchen verzweifelt und vergeblich nach Nahrung.

An normalen Tagen, meint Gülgün, hätte sie keine Probleme beim Füttern, aber an den „Lockdown-Tagen macht die Polizei Probleme“. Das geschieht, obwohl sie ein Zertifikat besitzt, eine spezielle Erlaubnis, Straßentiere zu füttern. Diese Zulassung ist von Staats wegen genehmigt und vom Innenministerium ausgestellt. Hinzu kommt, dass Gülgün zwölf Stunden am Tag arbeiten muss. Sie beginnt deshalb mit der Fütterung erst gegen 19 Uhr abends. Wenn sie in Florya ankommt, ist die Sonne schon untergegangen. Sie füttert im Dunkeln und in Eile und muss auch jedes mal den Ordnungshütern genau erklären, dass sie dort ist, um zu füttern. Nach Vorzeigen des Tierschutzausweises und persönlicher Stellungnahme darf sie füttern. Dieser Rechtfertigungsdruck ist belastend und sie empfindet die schikanösen Kontrollen der Polizei als „wirklich nervig“. Obwohl der Name Gülgün „die Lächelnde“ und „Rosenfarbe“ bedeutet, vergeht Gülgün beim Gedanken an die harsche Vorgehensweise und das schroffe Verhalten der Polizei regelmäßig das Lachen. Die Aussicht darauf, dass sich das ändert, ist auch nicht gerade rosig. Schon mehrfach hat sie offiziell Beschwerden eingereicht, aber bisher keine Antwort erhalten oder ein Ergebnis erzielen können. Trotzdem füttert sie tapfer weiter.

Akkordeon Inhalt

Tatjana leistet ihre Tierschutzarbeit in einer kleinen Stadt auf Gran Canaria. Dort gibt es mittlerweile einige Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen. Dadurch ist es leichter, die Katzen in den Kolonien zu betreuen. Sie berichtet, dass die Futterbeschaffung sich verbessert hat, da in den Supermärkten wieder mehr Produkte angeboten werden. Musste man noch bis vor kurzem rund 90 Minuten in einer Warteschlange verharren, um überhaupt in einen Laden zu gelangen, so hat sichdieser Zeitaufwand inzwischen verkürzt. In den Katzen-Kolonien, die Tatjana erreicht, werden ungefähr 50 Tiere versorgt. Viele sind “Stammgäste”, andere sieht sie seltener, vor allem abends und in der Nacht. Leider stellt Tatjana eine gestiegene Katzenpopulation fest, ebenso eine erhöhte Anzahl verwahrloster und kranker Tiere. Einige davon sind definitiv ausgesetzt worden oder verlorengegangen, ohne dass jemand nach ihnen sucht. Wesentlich mehr Kittenwürfe und trächtige Katzen werden gemeldet als in den Jahren zuvor. Eine Erklärung dafür ist, dass dies durch die eingeschränkten Möglichkeiten, Kastrationen während der Corona-Zeit durchzuführen, entstanden ist. Nach wie vor sind die erlaubten Ausgangszeiten stark begrenzt, zudem darf man nur mit Menschen aus demselben Haushalt unterwegs sein.

Zurzeit wird auch verstärkt Gift ausgelegt, was Tatjana darauf zurückführt, dass die Menschen von der Vielzahl der Katzen „genervt“ sind. Erleichtert versichert sie: „.Meine Kolonien sind Gott sei Danknicht davon betroffen – möge es so bleiben!“. „Alle Möglichkeiten, hilfsbedürftige Tiere von der Straße zu holen“, sieht sie mittlerweile als „ausgeschöpft“. Auch dem befreundetem Tierschutzverein, der in der Nähe operiert, fehlt es an Geld und vor allem an Platz.

Insgesamt ist die Kaufkraft sehr schwach, das merkt Tatjana auch deutlich am eigenen Leib – sie betreibt eine kleine Boutique. Ihr Geschäft war die ganze Zeit geschlossen und auch jetzt darf sie es nur unter bestimmten Auflagen öffnen. Trotzdem hat kaum jemand überhaupt Geld, um einzukaufen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Angst um die Zukunft groß. Abschließend beurteilt Tatjana die Lage folgendermaßen: „Gran Canaria lebt vorrangig vom Tourismus und solange dieser nicht wieder in Schwung kommt, wird es auch der Bevölkerung auf der Insel nicht besser gehen. Und bis dahin werden auch kaum Hilfen für die Tiere übrigbleiben.“ Daher sind Spenden von außen weiterhin dringend nötig, um das Leid der Straßenkatzen zu lindern.

Im asiatischen Teil von Istanbub lebt Benay. Ihr fiel sofort auf, dass seit der Coronakrise immer mehr Katzen erschöpft und angeschlagen umherschweiften auf der erfolglosen Suche nach Futter. „Die Menschen haben wegen des Virus aufgehört zu füttern. Die Tiere sind sehr hungrig“, sagt Benay und versucht, dagegen anzukämpfen. Sie zieht jeden Tag los und füttert Straßenkatzen. Meistens kann sie über hundert hungrige Katzenmägen wenigstens ein bisschen füllen. Allein kann Benay die Fütterung von so vielen hungrigen Katzen finanziell nicht bewältigen. Daher ist sie auf die Corona-Futterhilfe von StreetCats e.V. und deren Spender dringend angewiesen. Ihr Engagement wurde von lokalen Mitarbeitern für Tierschutzrechte bestätigt.

Text: Claudia Roggendorf (StreetCats e.V.) | Bilde im Titel: depositphots

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