Frohe Ostern!

Dieses Jahr ist alles anders. Corona macht einen Strich durch die Festtage. Manch einer fragt sich, was er zu Ostern eigentlich noch darf. Freuen können wir uns dennoch. Denn Ostern bedeutet Neuanfang. Wo keine Ausgangssperre herrscht, tut ein schöner Osterspaziergang – mit Abstand natürlich – sicher gut.


Und vielleicht nutzen wir die ungewohnt ruhigen Feiertage dazu, Achtsamkeit zu wahren: Vor den sogenannten “Ostertieren” und was wir selbst dazu beitragen können, ihr Leid zu lindern.

Tiergerechte Ostern

Ein optimistisches Fest naht. Tulpen machen alles bunt, Krokusse verzaubern die Wiesen, Narzissen erhellen mit ihrem Gelb unseren Alltag. Selbst wenn Corona uns bereits im Vorfeld ein „dickes Ei“ beschert hat – der Frühling wird eingeläutet. Doch Ostern kommt auch gnadenlos, vor allem für bestimmte Tierarten. Für sie ist diese Zeit kein Fest der Freude. Regelmäßig kommen dem Osterhasen zu dieser Jahreszeit die Tränen:

Das traditionelle Osterlamm steht immer noch auf mancher Speisekarte.

Ein Lamm ist das Kind eines Schafs. Es hat eine Mutter mit einem ausgeprägten Fürsorgeverhalten, die eine innige Beziehung zu ihrem Baby hat. Die Bindung zwischen Lamm und Mutter entsteht bereits in den ersten Lebensstunden und hält ein Leben lang. Lämmer können selbst in riesigen Herden ihre Mutter aufspüren. Über 1 Million Schafe verlieren jährlich in deutschen Schlachthöfen ihr Leben. Die überwiegende Mehrheit davon sind Lämmer. Wenn Schafe nicht auf die Ostertafel geraten, werden sie aus religiösen Gründen geschächtet, bei vollem Bewusstsein und unter Todesangst ausgeblutet. Oder sie dienen als Wolllieferant und Milchquelle, was bei Letzterem eine komplett künstliche und mutterlose Aufzucht bedeutet.

Ostern ist Eierzeit.

Der Konsum steigt. Pro Kopf wurden 2019 in Deutschland durchschnittlich 236 Eier verschlungen. 2018 war der Verbrauch noch um 5 Eier geringer, 2006 waren es sogar durchschnittlich 27 Eier weniger. Obwohl seit 2012 die Käfighaltung für Legehennen verboten wurde, erleiden immer noch Millionen Hennen ein trostloses Dasein in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“ (Kleingruppenkäfige). Für das bewegungsfreudige Huhn bedeutet das so viel Platz wie etwa auf einem DIN-A4-Blatt und fünf EC-Karten zu leben. Mehr als 50 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr vergast oder lebendig geschreddert. Sie sind wertlos für die Industrie. Bio-Produzenten schreddern mit. Aufgepasst zu Ostern: Österlich gefärbte Eier müssen nicht wie üblichmgekennzeichnet werden. Die Haltungsform ist nicht zurückzuverfolgen. Grundsätzlich ist es ratsam, Eier von Herstellern (z.B. Demeter, Bioland) zu kaufen, die auch die männlichen Küken leben lassen.

Auch für Kaninchen ist Ostern nicht das Gelbe vom Ei.

Viele von ihnen landen auf dem Speiseteller. Der Großteil des Kaninchenfleisches wird hierzulande produziert. Wenn die kleinen Mümmelmänner nicht als Festtagsbraten enden, werden sie gehäutet, damit ihr Fell Kragen und Kapuzen schmückt. Oder sie werden in Laboren für Kosmetik gefoltert, müssen als Belustigungsobjekt aus einem Zauberhut hüpfen, fristen als plüschige Lebendspielzeuge in deutschen Kinderzimmern ein beengtes und einsames Leben. Das Kaninchen lebt von Natur aus gesellig in Gruppen. Genau da liegt der Hase im Pfeffer, deshalb gilt: Keine Einzelhaltung! Für jedes Kaninchen muss ein ständiger Auslauf von mindestens 4 qm – natürlich lieber mehr – vorhanden sein. Lebendige Tiere eignen sich sowieso nicht als Ostergeschenk! Ostern ist das Fest der Auferstehung und nicht das Fest der Tötung.

Kein Tierleid zu Ostern – und auch sonst zu keiner Zeit!

Ostern ist ein Neubeginn, eine fröhliche Würdigung des Lebens. Es eignet sich wunderbar dazu, neu durchzustarten und mit tierquälerischen Traditionen zu brechen. Das Lamm bei seiner Mutter lassen, eifreie Alternativen probieren, auf den Kaninchenbraten verzichten:

Vegane Leckerbissen können ein vorzügliches Osteressen sein. Möchte man auf Fleisch nicht verzichten, ist schon viel gewonnen, wenn das Erzeugnis aus tiergerechter Haltung stammt. Ein Osterlamm kann man sich auch backen, möglichst ohne Ei aus Quälerei! Osterkranz und Torte gelingen sogar ganz ohne Ei. Schokohäschen sind ohnehin viel erfreulicher als tote Kaninchen.

Ostern könnte so schön sein, wenn unser verantwortungsvoller Konsum dem Osterhasen sein Lächeln zurückgibt.

Tipp: Wunderbare tierleidfreie Rezepte gibt es z.B. auf Pinterest. Aber auch Tierschutz-Organisationen wie z.B. die Albert Schweitzer Stiftung haben zahlreiche leckere Osterrezepte veröffentlicht.

Text: Claudia Roggendorf (StreetCats e.V.) | Bilder oben: depositphots

Aktuell:
Auch an Ostern haben aufgrund von Corona Restaurants geschlossen.
Vielerorts gibt es Ausgangssperren. Die Straßentiere leiden, weil sie kein Essen finden.

Mehr zum Thema “Corona und Futterhilfen” hier.

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