„Nach Lieben

ist Helfen das schönste

Zeitwort der Welt“

Berta von Suttner


Warum Spenden schön ist

Dass Spenden Freude bereitet, haben wissenschaftliche Forschungen längst erwiesen. Internationale Studien ergaben, dass Menschen, die freiwillig geben, sich ebenso glücklich fühlen wie nach einer Verdoppelung ihres Einkommens.


Wir retten mit einer Spende nicht nur ein Stück Welt, sondern tun uns selbst etwas Gutes

Spenden aktiviert das neuronale Belohnungssystem im Gehirn. Dabei durchströmen bestimmte Botenstoffe unser Denkorgan: die sogenannten Glückshormone. Positive Gefühle kommen auf, ein Wohlbefinden setzt ein. Gibt man sein Geld für andere aus, beflügelt das offensichtlich mehr als den „ schnöden Mammon“ nur für sich selbst zu verwenden. Spenden wirkt hirnphysiologisch wie ein Happen heißersehnte Schokoladentorte nach einer langen Fastenkur. Dieser Wohlfühlmechanismus hat sogar einen Dauereffekt. Menschen, die regelmäßig für gute Zwecke spenden, leben insgesamt zufriedener.

 Der Spender kann etwas tun, mitwirken, teilhaben und muss nicht passiv dem Elend zusehen.
Man schenkt etwas und wird zum Vorbild. Das Image eines Unternehmens wird aufgepeppt. Ein Projekt kann auch gefördert werden, um ein Erinnerungszeichen für jemanden zu setzen. Nicht zuletzt legt man mit einer Spende oft eine Spur, die über den eigenen Tod hinaus nicht verweht. Neben der Förderung des Selbstwertgefühls und der gesellschaftlichen Resonanz gibt es noch einen praktischen Vorteil: mit der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden lassen sich sogar Steuern sparen.

Deutschland ist ein recht spendenfreudiges Land. Das Spendenaufkommen im Jahr 2019 belief sich auf 5,1 Milliarden Euro. Am bereitwilligsten geben z.B. die englischsprachigen Länder sowie die Niederlanden. Seit einigen Jahren zeigt sich jedoch eine sinkende Tendenz: Immer weniger Menschen spenden. Dafür greifen die Spender tiefer in die Tasche, die Unterstützung zeigt sich in höheren Summen, so dass das Gesamtvolumen an Spenden sich einigermaßen stabil hält. Das Spendenverhalten lässt eine deutliche Vorliebe für humanitäre Hilfe erkennen. Umwelt- und Tierschutz bleiben zunehmend auf der Strecke und verzeichnen rückgängige Spendeneinnahmen.

Menschen spenden gern aus subjektiven Gründen. Sie sind von der Wirkung ihrer Spende als konkrete Hilfe überzeugt oder die vorherrschende Not ist für sie nachvollziehbar. Das Einfühlen in eine Problematik ist besonders möglich, wenn das Leid sich innerhalb des eigenen Wahrnehmungshorizonts befindet. Doch was, wenn nicht die Umwelt, die uns umgibt, ist uns nah? Entfernen Menschen sich immer weiter von der Natur und fühlen sich den Tieren, ihren Mitgeschöpfen, nicht mehr verbunden?

Es gibt noch einen anderen, wesentlichen Grund für Spenden: Menschen wollen selbstlos helfen. Das ist der Gegenpol des Egoismus: der Altruismus. Seit jeher diskutieren Wissenschaftler darüber, was das eigentlich ist. Geschlecht, Einkommen und Bildungsstand spielen dabei keine erklärende Rolle. Hirnforscher versuchen, Unterschiede zwischen egoistischen und altruistischen Verhaltensweisen in der grauen Hirnsubstanz nachzuweisen. Anthropologen denken darüber nach, ob Selbstlosigkeit ein Produkt von Erziehung und Kultur ist. Biologen vermuten, dass sie tief verwurzelt ist in der Evolution des Menschen, als natürliche Hinterlassenschaft der Vorfahren. Erwiesen ist, dass selbstloses Verhalten nicht unbedingt vom Verstand, sondern eher von Emotionen gesteuert wird.

Tiere zeigen uns: Wer sich mitfühlend verhält, gewinnt.

Die Fähigkeit zu geben und zu helfen ist kein Monopol des Menschen. Affen handeln uneigennützig. Vögel helfen im Schwarm bei der Aufzucht der Brut. Elefanten kümmern sich rührend um schwächere Herdenmitglieder. Selbst die gefürchteten Seeleoparden teilen ihre Beute. Pottwale verteidigen ihre Freunde unter eigener Lebensgefahr. Nagetierarten handeln gemeinnützig und bis zur Selbstaufopferung. Ameisen und Bienen zeigen ein engagiertes Sozialverhalten.

Die Artgenossen zu schützen, hat zur Folge, dass ein Teil der Erbanlagen überlebt. Vampirfledermäuse spenden ihren Kollegen Blut, weil sie später zur Belohnung selbst mit Blut versorgt werden. Die egoistischen und geizigen Exemplare werden vom Schwarm übergangen und gehen leer aus.

Daher sind Altruismus und Egoismus gar nicht so weit voneinander entfernt. Der radikal Selbstlose löst sich auf und kann anderen nicht mehr helfen. Der totale Egoist ist nicht lange erfolgreich, die Gemeinschaft wird ihn auf Dauer nicht dulden. Eigennutz und Rücksichtslosigkeit sind keine tatsächlich erfolgreichen Überlebensstrategien. Eine gute Mischung aus Barmherzigkeit und gesundem Selbsterhaltungswillen kann ein wirkungsvolles Lebensrezept sein.

Tiere mit einer Spende zu unterstützen, gibt uns letzten Endes selbst Halt. Ohne Tiere und Natur kann die Welt nicht bestehen. Tiere erhalten unser Ökosystem, schon allein deshalb sind alle Tierarten schützenswert. Darüber hinaus bereichern Tiere unser Leben und machen uns erst zu dem, was wir sein wollen: glückliche Menschen.

Deshalb darf man auch mit diesem Hintergedanken für Tiere spenden. Und man darf darüber sprechen und gern ein wenig prahlen damit. Daran ist nichts Anstößiges, denn wenn eine aufgeschlossene Spendenkultur entsteht, fühlen sich auch andere angeregt, mitzuziehen. Der Weg zum Glücklichwerden ist gar nicht lang und weit. Verstehen, Mitfühlen, Helfen. Spenden ist immer schön und richtig.

Text: Claudia Roggendorf (StreetCats e.V.) | Bilder: depositphotos

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